Als eine der fünf Provinzen Zemgale, Augšzeme, Vidzeme und Latgale nimmt Kurzeme (dt. Kurland) südwestlich des Flusses Daugava, umschlossen von der Ostsee und dem Rigaischen Meerbusen den westlichen Teil Lettlands ein. Die landschaftlich mannigfaltige Region im Westen der Landeshauptstadt Riga, deren nördlichster Punkt an das Kap Kolka langt, reizt naturtouristisch hinsichtlich ihrer weitläufigen Sandstrände, üppigen Waldungen und romantischen Seen. Vorwiegend flach, durchlaufen vom Hauptfluss Venta, erhebt sich lediglich die Kurländische Schweiz um Talsi zu sanften Hügeln.
Territorialhistorisch lange Zeit eine durch wechselnde Machthaber umkämpfte Gegend, überdauern dergleichen Spuren bis heute in geschichtsträchtigen Städten wie Liepāja, Kuldiga und Ventspils. Finden sich im militärhistorisch interessanten Liepāja als einstiger bedeutender Kriegshafen des russischen Zarenreiches sowie der folgenden Sowjetzeit neben der Kathedrale St. Josef Fragmente einer massiven Befestigungsanlage samt großflächiger Kasernengelände, anschaulicher Offiziershäuser und diverser Ruinen, gibt sich Kuldiga deutlich glanzvoller. Die alte Stadt an der Venta ist vergleichsweise gut erhalten und nennt etliche Gebäude aus der Renaissance, dem Barock und der Gotik ihr Eigen sowie etliche malerische Parks und Gärten. Auch die historischen Gebäude der gepflegten Altstadt des Ölhafens Ventspils lohnen ein Blick. Die hiesige restaurierte Ordensburg stammt aus dem 13. Jahrhundert.

