Urlaub in Lettland

Daugavpils - Dünaburg

Einwohnerzahl: ca. 109.500

Einstmals eine militärstrategische Hochburg im Südosten Lettlands, kommen heute viele Touristen nach Daugavpils, in die zweitgrößte Stadt des Landes, die legendäre Bastion aus der Zarenzeit (1810-1850) zu besichtigen. Von Petersburger Ingenieuren auf den Ruinen früherer Festungen an der Daugava errichtet, gilt der trapezförmige Komplex aus dem beginnenden 19. Jahrhundert, bestehend aus acht Forts, einer Zitadelle, Vorderbrücke, Außen- und Innenwall, als letztes osteuropäisches Bollwerk seiner Art. Bis auf die im Zweiten Weltkrieg zerstörte barocke Jesuitenkollegiumskirche ist das gesamte Befestigungsensemble, einschließlich Wohn- und Wirtschaftsgebäuden im russischen Empirestil, erhalten. Szenisch eingerahmt von den Daugava-Schleifen (lett. Daugavas loki) bietet sich Besuchern ein stimmungsvolles Gesamtbild entlang mehrerer Lehrpfade, per Bootstour und von Aussichtspunkten auf alten Burghügeln. Die durch das Urstromtal in Mäandern verlaufende Daugava ist Teil eines 120 km² messenden, walddominanten Naturparks.

Schachbrettartig strukturiert zeigt sich die historische Altstadt von Daugavpils geprägt vom russischen Spätklassizismus (z.B. ehemalige Realschule). Die Statur der katholischen St. Petrikirche samt markanter Kuppel erinnert hingegen gar an den römischen Petersdom. Unter den sehenswerten Nachbarn befinden sich die alte Synagoge sowie etliche restaurierte Alt-Dünaburger Häuser. Auch das imposante Kirchenquartett am östlichen Innenstadtrand, im Einzelnen die russisch-orthodoxe Boris-und-Gleb-Kathedrale, die katholische Marienkirche, die neobarocke Martin-Luther-Kirche und die Kirche der Altgläubigen mit 300 kostbaren Ikonen, veranschaulicht die noch immer herrschende Multikultur in Daugavpils.

Das städtische Heimatmuseum (lett. Daugavpils muzejs) dokumentiert zudem die lebhafte Geschichte der alten Handelsstadt sowie der Region Latgales, begleitet von einer Sammlung zeitgenössischer Kunst einheimischer Maler und Bildhauer.
Als Ausflüge in die nahe Umgebung sei auf die höchst eindrucksvolle, mit Barock- und Rokokoelementen gestaltete Basilika von Aglona im Mittelpunkt eines im Jahre 1699 gegründeten Dominikanerklosters hingewiesen als auch auf den Sonnenberg (lett. Sauleskalns), eine vorchristliche Kultstätte mit Campingmöglichkeiten und einem beachtlichen Rundblick über das seenreiche, gewellte Umland.